Völlig "unrepräsentative" Umfrage

Die Tagesschau will herausfinden, wie die Menschen die Arbeit der Regierung in Schulnoten einschätzen.

Absolut nicht repräsentativ, versteht sich:

Tagesschau-umfrage
Da kann man nicht mehr von "versetzungsgefährdet" sprechen.

Das ist "chancenlos".

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Spekulation mit Nahrungsmitteln

Die Organisation "WEED" hat einen sehr informativen Film zur Spekulation mit Nahrungsmitteln auf Youtube gestellt. 

Darin wird deutlich, dass sich die Nahrungsmittelpreise in zunehmendem Maße nicht mehr durch Angebot und Nachfrage der realen Güter bilden, sondern durch die Spekulation mit Kapitalmarktpapieren, deren "Erschaffung" einzig der Bereicherung der beteiligten Händler und Spekulanten dient.
Diesbezüglich auch sehr lesenswert ist der Beitrag von Marco Meng "Wie Spekulanten die Preise treiben" in der neuesten Ausgabe der HUMANEN WIRTSCHAFT
Insofern WEED  in dem Film den Gründen für die immense Zunahme der Spekulation im Laufe der Zeit auf die Spur geht, bleibt sie leider im System stecken. Natürlich spielen die gesetzlichen Erleichterungen beim Marktzugang eine gewisse Rolle, aber sicher nicht eine, die das ganze Ausmaß der Entwicklung erklärt.
Der Druck auf die Politiker, den Handel mit spekulativen Rohstoffpapieren zu vereinfachen, wurde vor allem durch das wachsende Kapital weltweit ausgelöst. Geldvermögen vermehren sich von selbst durch Zins und Zinseszins. Dieses systematische Wachstum braucht Anlageformen, die von der Realwirtschaft schon lange nicht mehr dargestellt werden können. 
Die strengere Regulierung von Teilen des internationalen Kapitalmarktes, wie sie WEED und beispielsweise auch "attac" fordern, löst das ursächliche Problem der von selbst wachsenden Geldvermögen nicht. Diese Geldvermögen werden durch die Einschränkungen zu anderen "Spielwiesen" umgeleitet und kein Mensch weiß, welchen Schaden sie dort anrichten.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich muss die Spekulation mit Rohstoffen strenger geregelt werden. Doch wird das in der gegenwärtigen Situation nur etwas nutzen, wenn wir uns gleichzeitig mit den Wirkungen des Systems selbst beschäftigen und Lösungen suchen, die das Problem wachsender Schulden und Geldvermögen nachhaltig überwinden helfen. Wir brauchen den Blick auf das Gesamtsystem, um zu nachhaltigen Lösungen zu kommen. Und dazu braucht es eine intensive Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen. Jede dieser Organisationen leistet auf ihrem Gebiet Außergewöhnliches. Was fehlt ist der Blick aufs Ganze.

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Wer braucht schon Souveränität?


Vielleicht versehentlich kam es zur Veröffentlichung des Vertrages, der laut Meinung einiger Kritiker auch den Abschied aus der Souveränität der Staaten und eine Entmündigung der Bürger Europas darstellt. 

Zwar sagte schon mein Urgroßvater Verträge seien dazu da, um gebrochen zu werden, dennoch kann man die Auffassung vertreten, dass angesichts dieses Umgangs mit der erdrückenden Verschuldungssituation eine Lösung ohne Totalzusammenbruch nahezu unvorstellbar erscheint. Ein einzelnes EU-Land wird gar nicht mehr ohne weiteres Wege gehen können, die wir zur Erreichung einer völlig anderen Lösung brauchen werden. Die durch Verträge geschaffenen Tatsachen (Lissabon-Vertrag und jetzt ESM) verdammen im Grunde zum gemeinsamen Untergang.
Ganz aktuell sind die Beschlüsse zur Griechenland-Krise wieder nur ein Aufschieben. Griechenland hat nicht einen Euro weniger Schulden (Umschuldung und "Haircut" scheinen vom Tisch zu sein), kein Gläubiger verliert Geld. Private Gläubiger sollen "freiwillig" kurzfristige in langfristige Staatsanleihen tauschen und "freiwillig" auf das eine oder andere Prozentpünktchen Zinsen verzichten. 
Die letzten noch verbliebenen privaten Gläubiger griechischer Staatspapiere können jetzt mit einiger Gewissheit letzte Zockerrunden starten, bevor sie sich rechtzeitig aus den Papieren verabschieden. Die zwangsläufig kommende Zahlungsunfähigkeit trifft dann auf der Gläubigerseite nur noch die europäischen Steuerzahler. Die dann noch im Boot sitzenden "Privaten" werden jene Banken sein, die sowieso schon vom Steuerzahler übernommen sind, bzw. dann spätestens unter den Rettungsschirm schlupfen werden.

Ich weiß nicht ob es an dem trüben, nasskalten Wetter diesen Sommer liegt, aber hat außer mir noch jemand das Gefühl, dass der Herbst dieses Jahr verdammt heiß wird?

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Digitale Bargeld-Anarchisten

Digitale Bargeld-Anarchisten

Andreas Bangemann

 

Ein digitales Währungsprojekt  heizt Diskussionen im Internet an: Bitcoin[1].

Der Name ist Programm. Das Zahlungsmittel, “die Münze” (engl.: Coin), besteht aus Computerbits, digitalem Code. Dabei gibt ist bei dieser digitalen Version von Geld, im Gegensatz zu einer Münze, nichts was sich greifen ließe. Genau genommen gibt es das Bitcoin gar nicht, denn es existiert nur rein rechnerisch. Es handelt sich um die Summe eines Ursprungscodes und aller damit getätigten Transaktionen.

Das hört sich im ersten Moment komplizierter an, als es ist. Sieht man von der materiellen Stofflosigkeit ab, ist Bitcoin in seinen wesentlichen Merkmalen dem uns bekannten Bargeld sehr ähnlich.

Das Hauptaugenmerk der derzeitigen Protagonisten von Bitcoin liegt, wie vermutlich auch das seines Erfinders, dem Japaner Satoshi Nakamoto, auf der Anonymität dieser Währung und auf der dezentralen Struktur seiner Entstehung. Es gibt keine Zentrale, welche die Bitcoins schöpft, sondern sie entstehen nach mathematischen Mustern, die etwas mit modernsten Kryptografiemethoden zu tun haben. Diese mathematischen Muster sind im Grunde von jedem, jedoch mit enormem Rechenaufwand und einer sehr leistungsfähigen Hardware zu erzeugen. Das führt zu  einer Art “Goldgräberstimmung”. Vielleicht wurde deshalb dieser Prozess auch “mining (schürfen)” genannt.

 

Man muss den Entstehungsakt der Bitcoins nicht im Detail kennen, um das Prinzipielle hinter diesem mittlerweile doch in ganz beachtlicher Zahl genutzten Projekt zu verstehen.

Als ein wichtiges Motiv hinter dem Projekt werden immer wieder die zentralisierten Strukturen und das Monopolistische des bestehenden Geldsystems genannt. Der wachsende Vertrauensverlust in das bestehende System rührt vor den erkennbaren sozialen Verwerfungen her und der offensichtlichen Tatsache, dass das herrschende System einigen Wenigen auf Kosten der großen Mehrheit immensen Reichtum beschert.

 

Ein tragfähiges Zukunftskonzept?

 

Bitcoin ist ein anarchistischer Gegenentwurf zu dem als zerstörerisch wahrgenommenen Geldsystem, das die Welt fest im Griff zu haben scheint. Die vermeintliche Unkontrollierbarkeit, die Anonymität der Transaktionen und das Gefühl den Reichen und Mächtigen zu zeigen, dass die Zeit reif für fundamentale Neuerungen auf wirtschaftlichem Gebiet ist, macht den Reiz für die wachsende Zahl von Mitwirkenden bei Bitcoin aus. Die Freude darüber, etwas gefunden zu haben, womit man der unüberwindbar erscheinenden Macht der Reichen und Mächtigen mitsamt ihren “Politik-Marionetten” eins auswischen kann, scheint dennoch den Blick für wesentliche Eigenschaften, die eine Währung haben sollte,  zu verstellen.

Das System Bitcoin hat keinerlei Regeln, die darauf hindeuten, dass dem System nach gewisser Zeit nicht das gleiche Schicksal droht, das auch dem herkömmlichen innewohnt. Einer zu erwartenden Akkumulation von Bitcoins bei Einzelnen stehen keine Regeln entgegen. Schon jetzt gibt es einen “spekulativen” Handel mit Bitcoins, der sich in stark schwankenden Kursen zur “Umstiegswährung” dem US-Dollar niederschlägt. Am 9.6.2011 liegt der Kurs eines Bitcoin bei 30 US-Dollar, während der in der Woche davor noch bei 15 US-Dollars pendelte. [2]

Update: Am 11.6.2011 fiel der Kurs der Bitcoins an einem Tag wieder auf 18 US-Dollar zurück. Am 1.7.2011 lag er bei etwas über 16 US-Dollar

Dadurch schwanken auch die nach wie vor nach marktwirtschaftlichen Prinzipien ablaufenden Preisbildungsprozesse sehr stark.

In Verkennung der Gefährlichkeit einer “Deflation” wird in Nutzerkreisen der Bitcoins der Preisverfall bei den Produkten und Dienstleistungen[3] in Kauf genommen, weil der Kurs zum US-Dollar Spekulationsgewinne beschert. Die Spekulation im Zusammenhang mit den möglichen „Ausstiegswährungen“ ist demnach ein wichtiges Argument für viele Nutzer der Bitcoins.

Auch scheint es kein erkennbares Konzept zu geben, wie Bitcoins weiter existieren können, wenn beispielsweise der Dollar kollabiert, was ja allenthalben erwartet wird.

 

Die Entstehung von Bitcoins (Schöpfung wäre dafür ein unzutreffender Begriff) hat nichts mit den Leistungen zu tun, die mit dieser Währung transferiert werden (Man traut sich in diesem Zusammenhang gar nicht das Wort “tauschen” zu verwenden). Es ist ein Prozess, der alleine auf mathematischen Gesetzen beruht und ein sicheres Ende haben wird. Die Fachwelt spricht davon, dass es aus rein mathematischen Gründen niemals mehr als 21 Millionen Bitcoins geben wird. Heute sind 6 Millionen im Umlauf.

Diese völlige Zusammenhangslosigkeit zu dem eigentlichen Grund für das Vorhandenseins von etwas, das wir Geld nennen, der Basis für den wirtschaftlichen Austausch von Produkten und Leistungen nämlich, muss skeptisch machen, wenn man ein langfristig tragfähiges Währungsmodell vor Augen hat, das die Menschheit in ein neues, nachkapitalistisches Zeitalter führen soll.

 

In der Vielfalt den Überblick behalten

 

Der wichtigste Vorteil der Bitcoins ist auf einer Ebene angesiedelt, über die in “Bitcoin-Fachkreisen” praktisch kein Austausch stattfindet:  Einmal mehr, wie schon bei den mittlerweile unzähligen, kleinräumigen Währungsprojekten weltweit, wird uns allen ins Bewusstsein gerufen, dass Währungen und das Geldsystem als Ganzes von Menschen gestaltbar sind. Es liegt an jedem Einzelnen, wie er sich in diesen Prozess einbringt. Warum sollte es nicht denkbar sein, dass wir neben einem hoffentlich neu und besser als heute gestalteten, international anerkannten Währungssystem, viele weitere, ganz auf die individuellen Bedürfnisse von kleinen und mittleren Menschengruppen oder Gemeinschaften abgestimmten Systemen haben dürfen? Es gibt schon heute sehr viele Menschen, die eine ganze Kladde an unterschiedlichen Karten für alle möglichen Bezahl- und Bonussysteme mit sich herumtragen und organisatorisch im Griff haben müssen. Diese Karten dienen in aller Regel mehr dem Vorteil der herausgebenden Unternehmen, als dem der Nutzer.

Da ist doch eine Welt mit dem Menschen dienenden Währungssystemen und den dazugehörigen organisatorischen Überlegungen weitaus spannender und erfreulicher als heute, selbst wenn es dazu ganz unterschiedlicher “Geldbörsen” bedarf. Nahezu alle heute bestehenden Bezahlsysteme, wie Bonus- und Kreditkarten tragen dazu bei, dass einige wenige sehr reich werden und die Mehrzahl der Nutzer verarmen.

Und das nicht aufgrund unterschiedlicher Leistungsfähigkeit der Einzelnen, sondern ausschließlich wegen struktureller Unzulänglichkeiten des wirkenden Systems.

Leider ist diesbezüglich auch Bitcoin keine Ausnahme. Womöglich können wir Menschen den Drang zu möglichst leistungslosem materiellen Gewinn noch lange nicht unterdrücken, weil er - fast möchte man meinen genetisch - durch ein Jahrhunderte lang laufendes System quasi fest einprogrammiert ist. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass wir auf dem Gebiet des Wirtschaftens, insbesondere den Überlegungen zum Geldsystem am Beginn einer Wendezeit stehen, die wahrlich tief an die Wurzeln der überlieferten und tradierten Strukturen geht.

Würden die Verfechter der “neuen Zeit” nur etwas öfter die Langsamkeit solcher Entwicklungen anerkennen und weniger fatalistisch, stattdessen mit mehr Optimismus, an den Veränderungen mitwirken, dann würde nicht nur ihre eigene Lebensfreude zunehmen, sie würden auch nach außen wesentlich attraktiver wirken.

Zeitgenossen, die sich als Geldreformer sehen haben nur auf den ersten Blick gleiche Ziele.

In Wahrheit liegen zwischen ihren Motiven und vor allem ihren Absichten oft Welten.

Man kann zwischen Geldreformern unterscheiden, die ihr Hauptaugenmerk auf Machtverschiebungen setzen und solchen, deren Wirken dem System selbst gilt.

Erstere heben sagenhafte Verschwörungstheorien in den Stand von Realitäten, um ihre Reformvorstellungen als notwendig und richtig darzustellen. Ihr Augenmerk gilt den Agierenden. Sie stellen Menschen an den Pranger. Sie wollen entmachten, um … - ja wozu eigentlich?

Mit viel leiseren Tönen agieren Menschen, denen im Grunde der einzelne Mensch und dessen Beweggründe für wirtschaftliches Handeln in diesem Zusammenhang gleichgültig zu sein scheinen. Für sie gibt es nur gute und schlechte Systeme. Der Mensch ist, wie er ist. Das System muss die Grenzen für gesellschaftsschädliches Handeln setzen.

 

Bitcoin ist im Grunde eine Spielwiese für netzaktive Anarchisten. Leider aber eine, deren Vorbildcharakter sich bestenfalls hinsichtlich der Überwindung eines um sich greifenden Überwachungseifers seitens verantwortlicher Politiker zeigt. Für “Systementwickler des Geldes” möge unter diesem Aspekt eine Vernetzung sinnvoll sein, auf dem Weg zu einem nachhaltigen Geldsystem aber kann “Bitcoin” nicht mehr sein, als eine Zwischenstation zur Sammlung von Erfahrungen.

 

 

 

 



[2]die Kursentwicklung der Bitcoins kann unter einer Webadresse verfolgt werden: http://bitcoincharts.com/charts/mtgoxUSD#rg10zvztgSzm1g10zm2g25

[3]Aaron Koenig beschreibt am 8.6.2011, dass es bereits über 2.000 Produkte und Dienstleistungen gibt, die mit Bitcoins bezahlt werden können, darunter neben IT- und Web-Dienstleistungen auch hochwertige Textilien, Luxusuhren, Gitarren und Digitale Kunst.

http://www.antibuerokratieteam.net/2011/06/08/bitcoins-hype-oder-hoffnung/ 

 

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Das gibt es nur im Kapitalismus: Die Insolvenz

Doch warum findet sie keine Anwendung, wenn sie so dringend erforderlich wäre?

Langsam, Langsam, wir sind in Griechenland!

Wie sympathisch klingt dieser Satz doch jedem Griechenland-Urlauber im Ohr, wenn ein Einheimischer einem lächelnd die Hektik des eigenen Handelns und Denkens in die gemächliche Schönheit Griechenlands überführt. "Ziga, Ziga" oder "Avrio" sind die Vokabeln, die dem gestressten Urlauber als erstes quasi "inflationär" begegnen. "Langsam, Langsam" und "morgen".
Die Uhren gehen in Griechenland schon immer anders.
Auch die Strukturen griechischen Geschäftemachens haben eine ganz andere Tradition und unterliegen ganz anderen - vor allem ungeschriebenen - Gesetzen, als in den nördlicheren europäischen Ländern. Ein Netzwerk aus Beamten, kirchlichen Würdenträgern und Unternehmern, geschmiert durch einen eigenen Geldkreislauf bestimmt die regionale Politik und bestimmt auch den Grad an Abhängigkeit zu Athen.
Der Außenhandel Griechenlands spielt sich auf tausenden sonnenverwöhnter und idyllischer Inseln ab, die von Athen durch große Entfernungen und ein tiefblaues Mittelmeer auf eine Weise getrennt ist, wie wir "Festland-Europäer" uns das gar nicht vorstellen können.
Was jedem, der ein paar Mal in Griechenland in Urlaub war, auffällt und worüber man sich auch keine negativen Gedanken gemacht hat, wird in einem durch den Euro vernetzten Europa jetzt zu einem massiven Problem.

 

Die griechischen Finanzprobleme von heute waren absehbar.

Weder der Grad der Korruption in Griechenland, noch der eklatante Leistungsunterschied der griechischen Volkswirtschaft im Vergleich zu den anderen Ländern können als eine neuere Entwicklung hingestellt werden.
Wir haben kein Recht dazu, den Griechen unser System, geschweige denn unsere Mentalität und unser Leistungsdenken aufzuzwingen.
Der erste politische Fehler war also die blauäugige Übernahme von Griechenland in die europäische Währungsunion. Heute danach zu rufen, dass die Griechen sich gefälligst an die Gepflogenheiten der westlichen Länder anpassen sollen, ist dumme Politik. Die Griechen jetzt dazu zu zwingen, dass Sie drastische Sparmaßnahmen im eigenen Land durchführen ist zwar logische Folge dummer Politik, deshalb aber nicht klüger.
Konnte sich Griechenland zu Zeiten der Drachme durch Abwertung der Währung im internationalen Handel (der ja hinsichtlich des Exportes im Grunde nur aus Tourismus besteht) behaupten, so gibt es dieses Regulativ innerhalb des Euro nicht mehr. Dem Handelsbilanzdefizit Griechenlands lässt sich zwangsläufig nur durch immer größer werdende Verschuldung begegnen. Das wiederum findet sein natürliches Ende in der Zahlungsunfähigkeit, welche durch steigende Zinsen noch schneller herbeigeführt wird.


Was also kann man tun?

 Ganz sicher wertlos sind lebensverlängernde Maßnahmen, die nicht die Ursache der Probleme berücksichtigen. Das ist aber das Konzept der verantwortlichen Politiker. Muss man studiert haben, um zu wissen, dass Sparmaßnahmen nur zu einem sich selbst verstärkenden Teufelskreis in Griechenland führen und die Katastrophe am Ende nur noch größer wird?
Gewiss nicht.
Doch für andere Schritte braucht man die Kraft der Erkenntnis und den Mut, neue Wege zu gehen.
Wir sollten uns möglichst schnell daran gewöhnen, eines der wichtigsten Prinzipien des Kapitalismus auch auf der Ebene von großen Banken und ganzen Ländern Anwendung findet: Die Möglichkeit zahlungsunfähig zu werden und insolvent zu werden. Was im Kleinen zählt muss auch im Großen möglich sein. Das mag schmerzen, aber solange wir nicht über Systeme nachdenken, die dermaßen schmerzhafte Schritte weitgehend unmöglich machen, solange müssen wir die zwangsläufigen Folgen unseres untauglichen Systems ertragen.

 Auf dem Weg zu etwas Neuem muss man sowieso das Alte erst einmal beenden. Eine Insolvenz ist auch bei Großbanken und ganzen Staaten keine Katastrophe solange sie nur rechtzeitig angemeldet wird. Die Politik betreibt sowohl im Falle der Großbanken, als auch hinsichtlich der Länder wie Griechenland Insolvenzverschleppung. Mit fortdauernder Zeit wird die Katastrophe, die am Ende zu erwarten ist, immer größer. Noch gäbe es Wege, wie man handelnd die Dinge auf eine zukunftsfähige Bahn bringen könnte.

Ich heiße weder Korruption noch Faulheit oder Trägheit für gut, aber ich halte überhaupt nichts von einer Politik, die sich darauf konzentriert die Menschen zu Handlungen zwingt, die weder mit ihrer Tradition noch mit ihrem Selbstverständnis vereinbar sind. Die Folge kann nur Gegenwehr sein. Was wir brauchen ist eine Politik mit Rahmenbedingungen, innerhalb derer das der Gemeinschaft Förderliche belohnt und das Schädliche zu Nachteilen führt. Damit bringt man Menschen zu verändertem Handeln. Der Schlüssel dazu ist das Geldsystem.
 

Für mich sind die Erfolg versprechenden Schritte:

  1. Griechenland in eine geordnete Insolvenz führen, bei der es sein Gesicht wahren kann und seine Chancen für einen Neuanfang in der Staatengemeinschaft aufgezeigt werden. Die Insolvenz sollte mit einer transparenten Informationspolitik begleitet werden und deutlich machen, dass die Politik das Primat über den Finanzmarkt beansprucht. Die konsequente Nutzung des bewährten Insolvenzrechts ist die letzte Chance, aktiv auf das Geschehen einzuwirken. Alles andere ist "Insolvenzverschleppung" und endet im Chaos.  
  2. Eine "regionale"  Währung für Griechenland konzipieren, die den Besonderheiten der griechischen Bevölkerung Rechnung trägt.  
  3. Konzepte für eine "Ausgleichswährung" entwickeln, die im internationalen Wirtschaftsverkehr für den Ausgleich zwischen den verschieden leistungsfähigen Volkswirtschaften sorgt. Vorbild könnten dabei der "Bancor" von John Maynard Keynes und die IVA (Internationale Valuta Assoziation) von Silvio Gesell sein.
  4. Eine Geldordnung konzipieren, die Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellt, die Selbstvermehrung von Geldvermögen und damit die zerstörerische Spekulation unterbindet.
  5. Den Europäischen Gedanken auf Basis einer vom Kapitalismus befreiten Marktwirtschaft neu gestalten und ihm eine neue Chance geben.
  6. Ein Gesellschaftsmodell, wie beispielsweise die "Soziale Plastik" von Joseph Beuys, mit Leben füllen und dauerhaft weiterentwickeln

 

 


Noch können wir eingreifen und neu gestalten. Doch allzu lange bleibt dieses Zeitfenster nicht geöffnet. In Fragen der Ordnungspolitik braucht es jetzt die Mentalität der Deutschen, mit ihrer Tatkraft und der Uhr im Auge.

Andreas Bangemann, 20.6.2011

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Picknick an historischer "Veränderungsstätte" | Picnic 4 Degrowth !

Auf diesem herrlichen Gelände am Rande Wuppertals (Silvio-Gesell-Tagungsstätte) treffen wir uns ab 15 Uhr und schmieden Pläne für eine gute Zukunft. Es stehen Grills und Getränke bereit. Alles was Ihr für einen gelungenen Nachmittag für wichtig erachtet bitte mitbringen.

Wir sitzen alle in einem Boot. Deshalb müssen wir uns darum kümmern, wie dieses Boot beschaffen sein muss!

Rückfragen unter : 02053-423766

Location

Silvio-Gesell-Tagungsstätte
Schanzenweg 86
Wuppertal
Germany

Am 5.6.2011 ab 15 Uhr Picknick in Wuppertal unter dem Motto:
"Wir sitzen alle in einem Boot. Deshalb müssen wir uns darum kümmern, wie dieses Boot beschaffen ist!"
Nähere Information hinter dem Link oben!

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La Declaración

 

Quiero esta ciudad.

Quiero el gente de esta ciudad.

Quiero espíritu pacífico de la revolución en esta ciudad

Y Quiero  el arte futbolístico de "mas que un club" en esta ciudad.

Estoy con vosotros!

 

Grácies Barcelona!

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Die Europäische Zentralbank droht mit der Atombombe

Die EZB lässt es aber nicht beim wortlosen Protest bewenden. Sie erpresst die Politik mit einer sehr realen Drohung: Sollte die EU auch nur an eine Umschuldung Griechenlands denken oder die Laufzeit der Schulden verlängern wollen – das wäre das sogenannte Reprofiling –, dann würde er, Trichet, sofort den Stecker herausziehen. Will heissen: Ab sofort würde die EZB keine griechischen Staatspapiere als Sicherheit mehr akzeptieren. Damit wäre Griechenland von der Liquidität abgeschnitten und pleite. Europa stünde damit wahrscheinlich vor einen Welle von Bankenpleiten. «Trichet hat damit die Atom-Option gewählt», sagen die Experten.

Wer noch immer nicht weiß, warum es angeblich keine Alternativen zum Handeln der europäischen Spitzenpolitik gibt, der weiß es spätestens jetzt.
Die Bürger Europas sind Opfer einer ideenlosen Politik und der Spielball in der Zockerbude der Superreichen und ihrer Handlanger in den Banken und Kabinettssesseln der europäischen Politik.
Wir werden wie eine Herde Lemminge von den "Alternativlosen" zum Abgrund des Systems geführt. Zeit sich zur Wehr zu setzen!

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Wahre Demokratie jetzt - In Spanien empört sich die Jugend

Unterstützt durch ein Manifest für wahre Demokratie empören sich immer mehr Bürger Spaniens.

"Wir sind keine Ware in den Händen von Politikern und Bankern" proklamieren Sie auf der wichtigsten Webseite.

Aus dem Manifest spricht die Empörung gegen ein zerstörerisches System, "das nur wenigen Menschen Reichtum bringt, und den Rest in Armut stürzt".

Das Manifest zeigt, dass es im Kern um das Wirtschaftssystem geht, in dem die Beschaffenheit des Geldsystems dafür sorgt, dass es zum Kollaps kommt.

Man kann dieser so lebendigen und noch friedlichen Bewegung nur wünschen, dass sie die Mechanismen dieses zerstörerischen System im Detail analysiert und darauf ihre Änderungswünsche und Erneuerungsvorschläge aufbaut.

Eine Revolution kann eskalieren, wenn man statt der Änderung eines Systems, einzig die Bekämpfung von Personen und Einrichtungen vorantreibt. Mit einem Blutfließen, an dessen Ende nur Personen getauscht würden, wäre keine Systemänderung erreicht.

Es wäre wünschenswert, wenn diese Forderung aus dem Manifest nie aus dem Auge verloren wird:

"Wir brauchen eine ethische Revolution. Anstatt das Geld über Menschen zu
stellen, sollten wir es wieder in unsere Dienste stellen." 


Der gesamte Wortlaut des Manifestes in deutscher Übersetzung (Über Greenhouse Infopool, von Jürgen Manneck):

 

Manifest - Democracia Real Ya

Wir sind normale Menschen. Wir sind wie du: Menschen, die jeden Morgen
aufstehen, um studieren zu gehen, zur Arbeit zu gehen oder einen Job zu
finden, Menschen mit Familien und Freunden. Menschen, die jeden Tag hart
arbeiten, um denjenigen, die uns umgeben, eine bessere Zukunft zu bieten.

Einige von uns bezeichnen sich als fortschrittlich, andere als konservativ.
Manche von uns sind gläubig, andere wiederum nicht. Einige von uns folgen
klar definierten Ideologien, manche unter uns sind unpolitisch, aber wir
sind alle besorgt und wütend angesichts der politischen, wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Perspektive, die sich uns um uns herum präsentiert:
die Korruption unter Politikern, Geschäftsleuten und Bankern macht uns hilf-
wie auch sprachlos.

Und diese Situation ist mittlerweile zur Normalität geworden - tägliches
Leid, ohne jegliche Hoffnung. Doch wenn wir uns zusammentun, können wir das
ändern. Es ist an der Zeit, Dinge zu verändern. Zeit, miteinander eine
bessere Gesellschaft aufzubauen. Deswegen treten wir eindringlich hierfür
ein:

Gleichheit, Fortschritt, Solidarität, kulturelle Freiheit, Nachhaltigkeit
und Entwicklung sowie das Wohl und Glück der Menschen müssen als Prioritäten
einer jeden modernen Gesellschaft gelten.

Es gibt Grundrechte, die unsere Gesellschaft gewähren muss: das Recht auf
Wohnung, Arbeit, Kultur, Gesundheit, Bildung, politische Teilhabe, freie
persönliche Entwicklung und das Recht auf Konsum von Gütern, die notwendig
sind, um ein gesundes und glückliches Leben zu führen.

In ihrem momentanen Zustand sorgen unsere Regierung und das
Wirtschaftssystem nicht für diese Prioritäten, sondern stellen sogar auf
vielerlei Weise ein Hindernis für menschlichen Fortschritt dar.

Die Demokratie gehört den Menschen (demos = Menschen, krátos = Regierung),
wobei die Regierung aus jedem Einzelnen von uns besteht. Dennoch hört uns in
Spanien der Großteil der Politiker überhaupt nicht zu. Politiker sollten
unsere Stimmen in die Institutionen bringen, die politische Teilhabe von
Bürgern mit Hilfe direkter Kommunikationskanäle erleichtern, um der gesamten
Gesellschaft den größten Nutzen zu erbringen, sie sollten sich nicht auf
unsere Kosten bereichern und deswegen vorankommen, sie sollten sich nicht
nur um die Herrschaft der Wirtschaftsgroßmächte kümmern und diese durch ein
Zweiparteiensystem erhalten, welches vom unerschütterlichen Akronym PP &
PSOE angeführt wird.

Die Gier nach Macht und deren Beschränkung auf einige wenige Menschen bringt
Ungleichheit, Spannung und Ungerechtigkeit mit sich, was wiederum zu Gewalt
führt, die wir jedoch ablehnen. Das veraltete und unnatürliche
Wirtschaftsmodell treibt die gesellschaftliche Maschinerie an, einer
immerfort wachsenden Spirale gleich, die sich selbst vernichtet, indem sie
nur wenigen Menschen Reichtum bringt und den Rest in Armut stürzt. Bis zum
völligen Kollaps.

Ziel und Absicht des derzeitigen Systems sind die Anhäufung von Geld, ohne
dabei auf Wirtschaftlichkeit oder den Wohlstand der Gesellschaft zu achten.
Ressourcen werden verschwendet, der Planet wird zerstört und
Arbeitslosigkeit sowie Unzufriedenheit unter den Verbrauchern entsteht.

Die Bürger bilden das Getriebe dieser Maschinerie, welche nur dazu
entwickelt wurde, um einer Minderheit zu Reichtum zu verhelfen, die sich
nicht um unsere Bedürfnisse kümmert.

Wir sind anonym, doch ohne uns würde dergleichen nicht existieren können,
denn am Ende bewegen wir die Welt.

Wenn wir es als Gesellschaft lernen, unsere Zukunft nicht mehr einem
abstrakten Wirtschaftssystem anzuvertrauen, das den meisten ohnehin keine
Vorteile erbringt, können wir den Missbrauch abschaffen, unter dem wir alle
leiden.

Wir brauchen eine ethische Revolution. Anstatt das Geld über Menschen zu
stellen, sollten wir es wieder in unsere Dienste stellen. Wir sind Menschen,
keine Produkte. Ich bin kein Produkt dessen, was ich kaufe, weshalb ich es
kaufe oder von wem.

Im Sinne all dieser Punkte, empöre ich mich.
Ich glaube, dass ich etwas ändern kann.
Ich glaube, dass ich helfen kann.
Ich weiß, dass wir es gemeinsam schaffen können.
Geh mit uns auf die Straße. Es ist dein Recht.

 

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Wie Geld Armut schafft

Menschliche Gesellschaften haben schon immer Handel mit Gütern und Dienstleistungen betrieben, aber dieser war den Wirtschaftssystemen von Natur und Mensch untergeordnet. Die Erhebung des Marktes und des Geldes als vom Menschen gemachtes Kapital zum höchsten Ordnungsprinzip einer Gesellschaft hat die Prozesse untergraben, die das Leben in Natur und Gesellschaft aufrecht erhalten. Je reicher wir werden, desto mehr verarmen wir ökologisch und kulturell. Das in Geldeinheiten ausgedrückte Wachstum unseres Wohlstands hat ein Wachstum der Armut in materieller, kultureller, ökologischer und spiritueller Hinsicht zur Folge.

Diese Sätze stammen aus der Rede von Dr. Vandana Shiva, gehalten auf dem Kongress "Jenseits des Wachstums" an der TU Berlin, 20. bis 22.5.2011.
Eine lesenswerte, flammende Rede, die unmissverständlich deutlich macht, dass wir eine völlig neue Form des Wirtschaftens brauchen, um gesellschaftlich und ökologisch nicht gegen die Wand zu fahren.
Die Analyse von Vandana Shiva geht in die Tiefe menschlichen Empfindens und offenbart dennoch eine Form von Kapitulation vor dem Wirtschaftssystem als Ganzes. Die erdrückende Macht des Kapitals führt bei Vandana Shiva zu der zwar verständlichen, aber am Ende nicht hinreichenden Lösung einer vom Geld befreiten Wirtschaft.
Dabei wird leider einmal mehr nicht unterschieden zwischen Geld und Kapital. Und auch nicht zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus. Dabei wäre diese Unterscheidung ein Schritt in die Richtung, die in der Folge alle Optionen zu neuen Formen der Wirtschaft und zum Umgang mit Geld eröffnen würden.
Die erdrückende Macht des Kapitals ist Folge der strukturellen Beschaffenheit unseres Geldsystem, das durch die Möglichkeit, Geld mit Geld zu verdienen, zu Konzentrationsprozessen führt, die enden, wie jedes Monopoly-Spiel auch endet: Einer hat alles, der Rest ist verarmt.
Bevor wir das "Kind" Wirtschaft mit dem Bade "Geld" ausschütten, sollten wir den Versuch starten, das Geldsystem von seinen Fehlern zu befreien. Davor brauchen wir nicht kapitulieren, denn der Systemfehler ist erkennbar und behebbar.
Wenn Kapital erst einmal nicht mehr aus sich selbst heraus wächst, haben wir das Tor zu völlig neuen Formen des Wirtschaftens eröffnet, die dann vielfältigst mit Leben gefüllt werden können.

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